Ende 2004 war gotfriends am Start. Ein Treffpunkt für Studenten der Uni Bamberg sollte es werden. Nur für Studenten. Ohne Werbung und ohne Profitgedanke.
Wir hatten schwer zu kämpfen. Viele meinten Sie bräuchten das nicht. Andere gaben uns zu verstehen, dass es die Kommilitonen nichts angehe, was da auf den Profilen gefragt wurde. Es hatten sogar manche Angst vor Stalkern. Bei einem Uninetzwerk, das zudem noch zugangsbeschränkt war, denn man konnte sich nur mit gültiger Uni E-Mail Adresse registrieren. Professoren stellten gar den "Kundennutzen" in Frage.
Zirka 6 Monate später kam das studiverzeichnis. Und das tat weh. Denn genau diejenigen, die uns wissen ließen, dass GOTFRIENDS völlig sinnfrei sei, waren plötzlich für das studiverzeichnis Feuer und Flamme. Die Angst vor Stalkern war verflogen, die Scheu private Daten wildfremden Menschen (denn dort gab und gibt es keine wirksame Zugangsbeschränkung) zu offenbaren nicht mehr existent.
Selbst als das studivz in die Kritik geriet, tat das dem Zulauf keinen Abbruch. Die Community war gefangen in einer Art Massenträgheit. Nur ein paar wollten sich davon befreien und meldeten sich wieder ab.
Wir wollten damals manchmal einfach hinschmeißen und die Seite vom Netz nehmen. Unsere wenigen aber treuen Mitglieder aber ermunterten zum Weitermachen.
Und wir machten weiter. Wir stellten das Positive an studivz heraus: Sie haben den Markt für soziale Netzwerke in Deutschland bereitet. Die Akzeptanzprobleme, die wir am Anfang hatten waren schlagartig beseitigt. Außerdem hat das studiVZ einen klaren Schwachpunkt: Es ist vom Namen her nur für Studenten interessant. Aber wer hat schon einen Freundeskreis, der nur aus Studenten besteht?
Deswegen ist GOTFRIENDS 2.0 jetzt für alle Benutzergruppen geöffnet. Wir sind keine Insellösung mehr. Stadt aussuchen, registrieren und gut ist. Außerdem soll bei GOTFRIENDS jeder selbst bestimmen, wer welche Informationen über einen bekommt. Und zwar nicht nutzergruppenbezogen, sondern nutzerbezogen. Du sollst bestimmen, welche Deiner Freunde Zugriff auf Deine Kontaktdaten erhalten sollen. Ganz wichtig für uns: Keine Informationen im Netzwerk, die nicht von einem selbst kontrollierbar sind. Deswegen kein Image-Tagging. Schon mal überlegt, was passiert wenn die Personalabteilung Deines zukünftigen potentiellen Arbeitgebers bei studiVZ recherchiert? Da macht sich das von Deinem Freund getaggte Saufbild von letzter Woche nicht so gut. Solche Situationen sollen bei GOTFRIENDS 2.0 gar nicht erst entstehen.
Außerdem ist uns wichtig, dass Stalker keine Chance bekommen. Deswegen kannst Du jeden einzelnen GOTFRIENDS-Nutzer blocken. Und einen "Unsichtbar-Modus" gibt es ebenfalls nicht. Wenn sich jemand durch Dein Profil klickt, hast Du das Recht, das zu wissen.
Neben der Privatsphäre liegt uns auch am Herzen, dass Du hier aktiv mitgestalten kannst. Wenn gewünscht. Deswegen gibt es hier Communityabstimmungen über alle wichtigen Änderungen. Wenn Ihr dagegen stimmt, dann machen wirs nicht. Ganz einfach.
Auch wenn das Projekt GOTFRIENDS zurzeit noch unter meiner Firma läuft, wird es mit Verlassen des Beta-Status an einen noch zu gründenden Verein übergehen. Und sollte tatsächlich mal ein Einnahmenüberschusses erwirtschaftet werden, fließt dieser zurück an soziale Projekte. Welche das genau sind, bestimmt Ihr per Communityabstimmung.
So sieht soziales Networking aus, wie wir uns das vorstellen. Eben wirklich sozial und keine auf sozial getrimmte Gelddruckmaschine.
Wir wollen das Internet mit GOTFRIENDS 2.0 ein kleines Stück besser machen. Soziales Networken darf ganz einfach nicht von gewinnmaximierenden Interessen geprägt sein - dazu ist es zu wichtig. Und dass es auch anders als bei den ganzen Grossen geht, wollen und werden wir beweisen.
Wir wollen eine Alternative sein. Eine soziale Alternative. Eine Art Wikipedia des Social Networkings. Sei dabei wenn wir das Unmögliche versuchen.
Ich habe dir mal eine Email geschrieben, es gibt Leuten die haben die gleiche Probleme wie ihr, aber sie haben noch nicht aufgegeben. Vielleicht bekomme ich ja eine Antwort von dir! :wave: